Die Conti-
Geschichte

Eismasse rotiert in der traditionellen Eismaschine der Conti-Manufaktur

Angefangen hat alles nicht mit Eis, sondern mit einer Mühle. Die Familie Conti stammt aus Bore, einem Dorf mit keinen 800 Einwohnern auf rund 1.000 Metern Höhe im italienischen Apennin, dort wo die Emilia-Romagna an die Toskana grenzt. Der Großvater war Müller — doch sieben Geschwister waren mehr, als eine Mühle ernähren konnte.

Also gingen die Brüder nach Europa und versuchten ihr Glück: einer nach Frankreich, andere nach Deutschland. Was daraus geworden ist, steht heute in der Schwelmer Fußgängerzone.

Von Bore
nach Schwelm

  1. Aufbruch aus Bore

    Francesco Conti — im Dorf nur Cecchino genannt — verlässt Bore im italienischen Apennin. Sieben Geschwister waren mehr, als die Mühle der Familie ernähren konnte. Sein Weg führt ihn zuerst nach Frankreich, dann nach Deutschland.

  2. Obst und Gemüse

    Nach verschiedenen Beschäftigungen eröffnet Francesco ein Obst- und Gemüsegeschäft. Achtzehn Jahre lang wird er es behalten — und aus den Früchten wird irgendwann Eis.

  3. Der erste Versuch

    Francesco tut sich mit einem Compagnon aus Zoldo im Veneto zusammen, jenem Tal, aus dem seit Generationen die italienischen Eismacher kommen: Der eine hat die Früchte, der andere das Handwerk. Gemeinsam gründen sie ein Eiscafé in Wuppertal. Noch im selben Jahr zerstören Bomben das Geschäft, und der Compagnon kommt bei einem Angriff ums Leben.

  4. Die erste eigene Gelateria

    Francesco macht allein weiter und eröffnet an der Friedrich-Ebert-Straße 43 in Wuppertal seine erste eigene Gelateria. Dieses Jahr steht bis heute in unserem Logo.

  5. Die Brüder kommen nach

    Nach dem Krieg holt Francesco seine Brüder nach Deutschland. Sie lernen die Kunst der Eiszubereitung und eröffnen eigene Häuser in Wuppertal-Ronsdorf und in Remscheid. Zeitweise führt die Familie rund sieben Eiscafés im Bergischen Land.

  6. Conti kommt nach Schwelm

    Francesco eröffnet eine Gelateria in der Hauptstraße 55 in Schwelm — die Adresse, an der wir bis heute stehen.

  7. Renzo folgt seinen Onkeln

    Als sehr junger Mann kommt Renzo Conti nach Deutschland, um bei seinen Onkeln zu arbeiten. Ganze Dörfer wanderten damals saisonweise aus; wer aus Bore kam, kam meist zu einem Conti.

  8. Selbstständig in Oberbarmen

    Nach elf Jahren als Angestellter bei Francesco macht sich Renzo mit einem eigenen Eiscafé in Wuppertal-Oberbarmen selbstständig.

  9. Mariangela und Renzo

    Renzo und Mariangela heiraten. Im selben Jahr übernehmen sie zusätzlich das Eiscafé in Schwelm von Onkel Francesco.

  10. Umbau in Schwelm

    Das Eiscafé in der Hauptstraße wird renoviert — der erste von mehreren Umbauten, die das Haus über die Jahrzehnte verändern werden.

  11. Die Entscheidung für Schwelm

    Zwei Städte, zwei Häuser, ständiges Hin und Her — auf Dauer ist es zu viel. Renzo verkauft Oberbarmen und konzentriert sich ganz auf Schwelm. Rückblickend war es die richtige Entscheidung.

  12. Das Eiscafé Enzo

    In der Hauptstraße 51a kommt ein zweites Haus dazu, das Eiscafé Enzo. Zwei Jahre später wird auch es renoviert.

  13. Die Fußgängerzone, wie man sie heute kennt

    Im Winter 2000/2001 wird die Hauptstraße 55 erweitert und umgebaut. Aus dem schmalen Schlauch, neben dem zuvor zwei andere Ladenlokale lagen, wird die durchgehende Front, die man heute vor sich hat.

Was von sieben
Häusern blieb

Die Brüder wurden älter, und nicht jedes Haus fand einen Nachfolger. Nach und nach wurden die Eiscafés verkauft und trugen bald andere Namen — vor wenigen Jahren auch das in Wuppertal-Elberfeld, dort, wo 1944 alles begonnen hatte.

Geblieben ist Schwelm. Aus einem Familiennetz von einst rund sieben Häusern ist ein Haus geworden: eine Eisdiele, eine eigene Manufaktur dahinter — und seit einigen Jahren die Conti-Eisautomaten in der Umgebung.

Und dann
kam Luca

Luca Conti füllt frisch hergestellte Eismasse in der Manufaktur um

Zur Schule gegangen und studiert hat Luca Conti in Italien. Seine Eltern hatten lange im Kopf, irgendwann dorthin zurückzukehren, und er selbst hatte zunächst überhaupt kein Interesse daran, das Eiscafé weiterzuführen: Er wusste ja genau, was für eine Arbeit und was für Zeiten das bedeutet.

Es kam anders. Nach und nach wuchs er hinein, es machte ihm Freude — und gemeinsam mit seiner Frau Nina Conti führt er das Haus heute weiter. Mit derselben Manufaktur im Rücken und den Contimaten als jüngstem Kapitel, das die beiden zusammen mit Geschäftspartner Stefan Mühlinghaus aufgebaut haben.

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